VPS Ersteinrichtung: Sicherer Server-Checklist
Schritt-für-Schritt VPS-Ersteinrichtung: erster SSH-Login, Systemaktualisierung, Nicht-Root-Benutzer, SSH-Härtung, Firewall und Fail2Ban-Installation für einen sicheren Server.
Inhaltsverzeichnis
VPS Ersteinrichtung: Sicherer Server-Checklist
Sie haben gerade einen VPS gekauft und verbinden sich zum ersten Mal. Was sollten Sie jetzt tun? Die Standardkonfiguration ist nicht sicherheitsoptimiert: SSH ist mit Root-Passwort offen, keine Firewall, und das System ist nicht aktuell. Diese Anleitung bietet eine Schritt-für-Schritt-Checkliste für die Einrichtung eines sicheren Servers von Grund auf.
Befolgen Sie alle Schritte der Reihe nach. Schließen Sie Ihre bestehende SSH-Verbindung nicht, während Sie die SSH-Konfiguration ändern — testen Sie jede Änderung in einem neuen Terminal-Tab.
Schritt 1: Erste SSH-Verbindung
Holen Sie sich die IP-Adresse und das Root-Passwort Ihres Servers aus dem REXE-Panel. Verbinden Sie sich dann von Ihrem Terminal:
ssh root@SERVER_IP
Überprüfen Sie nach der Verbindung Ihre Systeminformationen:
# Betriebssystem-Informationen
cat /etc/os-release
# Systemressourcen
free -h
df -h
nproc
# Betriebszeit
uptime
Schritt 2: System aktualisieren
Das Erste, was Sie tun sollten, ist das System zu aktualisieren. Veraltete Pakete können Sicherheitslücken enthalten.
# Für Ubuntu/Debian
apt update && apt upgrade -y
# Unnötige Pakete bereinigen
apt autoremove -y
apt autoclean
# Für AlmaLinux/Rocky Linux
dnf update -y
dnf autoremove -y
Wenn während des Upgrades ein Kernel-Update eintrifft, müssen Sie den Server möglicherweise neu starten: reboot
Schritt 3: Nicht-Root-Benutzer erstellen
Direkt als Root zu arbeiten ist gefährlich. Erstellen Sie einen normalen Benutzer mit sudo-Rechten:
# Neuen Benutzer erstellen
adduser admin
# Zur sudo-Gruppe hinzufügen (Ubuntu/Debian)
usermod -aG sudo admin
# Zur wheel-Gruppe hinzufügen (AlmaLinux/Rocky)
usermod -aG wheel admin
# Zum Benutzer wechseln und testen
su - admin
sudo whoami # Sollte "root" ausgeben
exit
SSH-Schlüssel einrichten
Die Verwendung von SSH-Schlüsseln statt Passwörtern ist viel sicherer:
# Auf Ihrem lokalen Rechner ein Schlüsselpaar generieren
ssh-keygen -t ed25519 -C "vps-admin"
# Den öffentlichen Schlüssel auf den Server kopieren
ssh-copy-id admin@SERVER_IP
# Oder manuell:
cat ~/.ssh/id_ed25519.pub
# Fügen Sie die Ausgabe auf dem Server ein:
mkdir -p /home/admin/.ssh
nano /home/admin/.ssh/authorized_keys
chmod 700 /home/admin/.ssh
chmod 600 /home/admin/.ssh/authorized_keys
chown -R admin:admin /home/admin/.ssh
Schritt 4: SSH-Konfiguration härten
Bearbeiten Sie die SSH-Konfigurationsdatei:
nano /etc/ssh/sshd_config
Wenden Sie folgende Einstellungen an:
# Root-Login deaktivieren
PermitRootLogin no
# Passwort-Authentifizierung deaktivieren (nach SSH-Schlüssel-Einrichtung)
PasswordAuthentication no
# Leere Passwörter nicht erlauben
PermitEmptyPasswords no
# Maximale Anmeldeversuche
MaxAuthTries 3
# Anmelde-Timeout
LoginGraceTime 30
# SSH-Port ändern (optional, aber empfohlen)
Port 2222
# Nur bestimmten Benutzern erlauben
AllowUsers admin
# Konfiguration testen
sshd -t
# SSH-Dienst neu starten
systemctl restart sshd
# Verbindung von einem NEUEN TERMINAL testen!
ssh -p 2222 admin@SERVER_IP
Wenn Sie den SSH-Port geändert haben, überprüfen Sie, ob Sie sich über den neuen Port verbinden können, bevor Sie Firewall-Regeln aktualisieren!
Schritt 5: Firewall einrichten
Mit UFW (Ubuntu/Debian)
# UFW installieren
apt install ufw -y
# Standardrichtlinien
ufw default deny incoming
ufw default allow outgoing
# SSH-Port erlauben (verwenden Sie 2222, wenn Sie ihn geändert haben)
ufw allow 2222/tcp
# oder für Standard-Port:
# ufw allow ssh
# Webdienste (falls benötigt)
ufw allow 80/tcp
ufw allow 443/tcp
# UFW aktivieren
ufw enable
# Status prüfen
ufw status verbose
Mit firewalld (AlmaLinux/Rocky)
# firewalld starten
systemctl start firewalld
systemctl enable firewalld
# SSH-Port erlauben
firewall-cmd --permanent --add-port=2222/tcp
firewall-cmd --permanent --remove-service=ssh
firewall-cmd --reload
# Status prüfen
firewall-cmd --list-all
Schritt 6: Fail2Ban installieren
Fail2Ban bietet automatischen Schutz gegen Brute-Force-Angriffe:
# Fail2Ban installieren
apt install fail2ban -y # Ubuntu/Debian
# oder
dnf install fail2ban -y # AlmaLinux/Rocky
# Lokale Konfiguration erstellen
cp /etc/fail2ban/jail.conf /etc/fail2ban/jail.local
nano /etc/fail2ban/jail.local
[DEFAULT]
bantime = 3600
findtime = 600
maxretry = 5
[sshd]
enabled = true
port = 2222
logpath = /var/log/auth.log
maxretry = 3
bantime = 86400
# Fail2Ban starten
systemctl start fail2ban
systemctl enable fail2ban
# Status prüfen
fail2ban-client status
fail2ban-client status sshd
Schritt 7: Zeitzone konfigurieren
Die richtige Zeitzone ist wichtig für aussagekräftige Log-Dateien:
# Aktuelle Zeitzone prüfen
timedatectl
# Zeitzone setzen (Beispiel: Europa/Berlin)
timedatectl set-timezone Europe/Berlin
# NTP-Synchronisation aktivieren
timedatectl set-ntp true
# Überprüfen
timedatectl status
date
Schritt 8: Grundlegende Tools installieren
# Nützliche Tools
apt install -y \
curl wget git vim htop \
net-tools dnsutils \
unzip tar \
logwatch
Überprüfungs-Checkliste nach der Einrichtung
# Läuft der SSH-Dienst?
systemctl status sshd
# Ist die Firewall aktiv?
ufw status # oder: firewall-cmd --state
# Läuft Fail2Ban?
fail2ban-client status
# Ist das System aktuell?
apt list --upgradable 2>/dev/null | head -20
# Offene Ports
ss -tlnp
# Letzte Anmeldeversuche
grep "Failed password" /var/log/auth.log | tail -10
✅ Schnell-Checkliste
- Erste SSH-Verbindung hergestellt
- System aktualisiert (
apt update && apt upgrade) - Nicht-Root-Sudo-Benutzer erstellt
- SSH-Schlüssel installiert
- SSH-Root-Login deaktiviert (
PermitRootLogin no) - SSH-Passwort-Login deaktiviert (
PasswordAuthentication no) - SSH-Port geändert (optional)
- Firewall installiert und konfiguriert
- Fail2Ban installiert und aktiviert
- Zeitzone konfiguriert
- Grundlegende Tools installiert
- SSH-Verbindung mit neuem Benutzer getestet
Fazit
Nach Abschluss dieser Schritte erfüllt Ihr Server grundlegende Sicherheitsstandards. Als nächsten Schritt empfehlen wir, unseren Leitfaden zur Server-Sicherheitshärtung zu lesen. Vergessen Sie nicht, regelmäßige Systemaktualisierungen durchzuführen und Ihre Logs zu überwachen.
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